Seite 13 - Gesünder Leben 09/2012

Basic HTML-Version

13
Die Zukunft
Text: Christiane Mähr
ir werden immer gesünder. Vor allem in der so-
genannten westlichen Welt sehen sich die Men-
schen immer seltener mit unheilbaren Krankheiten
konfrontiert und erfreuen sich immer öfter guter
Gesundheit bis ins hohe Alter. Der Grund dafür ist wohl eine
Kombination vieler Faktoren – von der verbesserten medizini-
schen Versorgung über entscheidende Forschungsfortschritte
bis hin zu der Tatsache, dass das Gesundheitsbewusstsein
zunimmt. Das Zukunftsinstitut hat sich in einer neuen Studie
mit dem Titel „Healthness – die nächste Stufe des Megatrends
Gesundheit“ mit der Gesundheitsgesellschaft von morgen aus-
einandergesetzt. GESÜNDER LEBEN sprach mit Harry Gatterer,
Geschäftsführer des Zukunftsinstituts Österreich und Mitautor
der Studie, über die drei zentralen Thesen. So viel vorweg: Wurde
Gesundheit früher als Abwesenheit von Krankheit definiert,
ging das Verständnis in den letzten Jahren mehr und mehr in
Richtung Wellness, Wellbeing, Balance, Ausgeglichenheit und
mentale Gesundheit. Nun befinden wir uns erneut im Wandel:
Wer gesund sein will, wird in Zukunft über Energie, Kraft und
Ressourcen, aber auch über Wissen verfügen (müssen).
These 1
Der Begriff der „Energie“ rückt in den Mittelpunkt
der Auseinandersetzung mit Gesundheit.
Um die komplexe Aufgabenstellung „Leben“ zu bewältigen,
benötigen wir viel Energie. Ob wir uns gesund fühlen oder
nicht, hängt ganz wesentlich davon ab, wie viel Energie uns
zur Verfügung steht. Energie wird zum zentralen Bedürfnis
und die Suche danach mehr und mehr unseren Lebensstil be-
einflussen. Im Rahmen der Studie haben die Autoren das so-
genannte Lebensenergiekontinuum entwickelt: „Es zeigt sich,
dass Krankheiten, Erwartungen und Lebensenergien korrelieren
können. Das heißt: Der Mensch hat nicht immer gleich viel
Energie zur Verfügung, was allerdings weniger mit dem Alter,
als vielmehr mit Lebensphasen zusammenhängt und natürlich
auch durch äußere Umstände beeinflusst wird“, erklärt Gatterer.
Es geht also um Fragen wie: Wann steht mir welche und wie
viel Energie zur Verfügung? Wie passt das mit den Erwartungen
zusammen, die an mich gestellt werden? Um in der Folge aber
auch entsprechend reagieren und leben zu können, bedarf es
einer gewissen Sensibilität. Laut Gatterer ist das immer öfter
der Fall, vor allem auf dem zweiten Gesundheitsmarkt. Dieser
beinhaltet im Großen und Ganzen alle privat finanzierten Pro-
dukte, Dienstleistungen und Gesundheitskonzepte, die zu einer
gesünderen und bewussteren Lebensführung anhalten – im
Gegensatz zum ersten Gesundheitsmarkt, der die klassische
Gesundheitsversorgung umfasst und durch staatliche sowie
private Krankenkassen finanziert wird. „Im Privatbereich geht
die Tendenz vermehrt hin zur sogenannten Lebensphasenener-
gie. Es wird also verstärkt auf die Lebensphasen der Patienten
eingegangen – von der Schwangerschaft bis hin zu komplexeren
Dingen wie Jobwechsel, aber auch Lebenskrisen“, weiß Gatterer.
These 2
Der Körper mit seinen Kräften und Ressourcen rückt
in den Mittelpunkt.
Wir benötigen heute also mehr Energie denn je. Wenn Sie nun
sagen: „Verständlich. Nur wie bekomme ich mehr Energie?“, ist
das eine ganz normale Reaktion, die allerdings auch dazu führen
kann, dass sich Ihr Stresslevel weiter erhöht. Und dies endet nicht
selten im Burn-out, laut Studie ein exemplarisches Phänomen für
den hohen Individualstress, mit dem viele Menschen heutzutage
W
Can Stock Photo Inc. -konradbakcanstockphoto
unserer
Gesundheit!
Unsere Gesundheit, der medizinische Fortschritt – alles ist in Bewegung.
GESÜNDER LEBEN hat die Megatrends der kommenden Jahre
recherchiert. Und greift auch einige heiße Eisen an.