Seite 14 - Gesünder Leben 09/2012

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zu kämpfen haben: Sie haben das Gefühl, nicht
belastbar genug zu sein, sind müde und ausge-
laugt, ohne zu wissen, warum. Damit es nicht so
weit kommt, müssen wir uns unserer Kraftreserven
bewusst sein. Und wissen, wie wir diese wieder
aufladen können. Übrigens: Dieses „Streben“ nach
mehr Energie, nach mehr Kraftreserven, nach mehr
Ressourcen führt nicht, wie man vielleicht anneh-
men würde, zum Burn-out. „Genau das Gegenteil
ist der Fall“, sagt Gatterer: „Wenn man mit genug
Energie ausgestattet ist, tappt man auch nicht in
die Burn-out-Falle. Allerdings ist es entscheidend,
zu wissen, wie man Energie aufbaut.“ Es gilt also
außerhalb des Berufs bzw. des täglichen Alltags
Kraft und Energie zu tanken. Für den einen ist Sport
der optimale Ausgleich und in der Folge auch eine
hervorragende Kraftquelle. Der andere füllt seine Reserven, wenn
er meditiert, ein Buch liest, zu Hause kocht oder auch einfach
einen Abend auf der Couch vor dem Fernseher verbringt.
Dass Wissen Macht ist, ist nichts Neues.
Wissen steht uns in jeder Form zur Verfügung – ob
wir Bücher lesen, Dokumentationen im Fernsehen
ansehen oder uns im Internet informieren. Die
Menschen wollen verstehen, wie der Körper funk-
tioniert, und zwar ganzheitlich. Ein Beispiel: Wir
beschäftigen uns heute nicht mehr (nur) mit Diä-
ten, sondern mit Ernährung. Schließlich wollen wir
wissen, was dem Körper und somit der Gesundheit
wirklich guttut. Dabei geht es aber nicht nur um
Lebensmittel und deren Nährwert, weiß Gatterer:
„Die Snacking-Kultur, die sich in den vergangenen
Jahren entwickelt hat, tut unserer Gesundheit
alles andere als gut. Die Menschen machen sich
daher wieder vermehrt Gedanken über Rhyth-
men.“ Geht es um gesunde Ernährung, sind also
fixe Essenszeiten sinnvoll. Und nicht umsonst heißt es: Am
Morgen sollst du essen wie ein Kaiser, zu Mittag wie ein König,
abends wie ein Bettler. Indem wir uns informieren und Wissen
anhäufen, nehmen wir unsere Gesundheit
selbst in die Hand. Allerdings benötigt in
der Folge jeder Einzelne auch einen Part-
ner, dem er vertrauen kann. „Dass wir in
eine Individualmedizin gleiten, ist keine
neue These. Allerdings glauben wir nur
bedingt, dass sich dieser Trend zur Gänze
durchsetzen wird, weil sich das System gar
nicht so umstellen kann. Allerdings wird
sich bis 2020, 2025 doch einiges ändern.
Nicht zuletzt da etwa alleine die Energie-
frage nicht auf der Symptomebene behan-
delt werden kann, das geht nicht“, stellt
Gatterer fest. Sehr wohl findet die Indivi-
dualisierung derzeit schon auf dem zweiten
Gesundheitsmarkt statt. Insbesondere der
Bereich der Komplementärmedizin wird
stärker nachgefragt, was übrigens auch
bei den Medizinstudenten zu beobachten
ist: Bereits während des Studiums besteht
eine immer größere Nachfrage nach kom-
plementärmedizinischer Ausbildung.
Mediziner von morgen.
Gatterer und
seine Kollegen glauben, dass es in Zukunft
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Gesundheit + Vitalität
Jeder von uns
sollte lernen,
woher man
Energie
bekommt –
hören wir
auf Körper
& Seele!
In Zukunft dreht
sich in Sachen
Gesundheit alles
um die Frage per-
sönlicher Energie.
Beinbruch
Häufig erkältet
Schlafprobleme
Tinnitus
Erschöpfung Bandscheibenvorfall
Probleme
Aufbäumen/
Comeback
Leistungs-
explosion
Ehrgeiz
&Talent
Meine Lebensenergie
Meine Erwartung an mich
Erwartung der anderen
Niveau
Alter
Ausbildung Beziehung
Job
Krise
Neuorientierung
Konsolidierung
Das Lebensenergiekontinuum
Quelle: Zukunftsinstitut
Die Wechselwirkung zwischen Krankheiten,
Erwartungen und Lebensenergie